MA History and Philosophy of Science (HPS)

 

Der Masterstudiengang HPS richtet sich hauptsächlich an AbsolventInnen eines BA in Philosophie und/oder Geschichte, die ihr Interesse für das Phänomen “Wissenschaft” entwickeln und vertiefen möchten. Das Studium ist auch im Besonderen an  AbsolventInnen anderer Disziplinen wie z. B. Astronomie, Biologie, Chemie, Physik, Geographie, Mathematik, Informatik, Soziologie, Volkswirtschaftslehre, Alte Geschichte, Ur- und Frühgeschichte, Kunstgeschichte, Klassische Archäologie, Judaistik, Europäische Ethnologie, Byzantinistik und Neogräzistik und Ägyptologie an der Universität Wien gerichtet, denen der Masterstudiengang HPS die einzigartige Gelegenheit bietet, im Kontext einer erweiterten Perspektive auf die Wissenschaftslandschaft, die historischen und erkenntnistheoretischen Dimensionen ihres Faches zu vertiefen.


Wenn die Gleichwertigkeit grundsätzlich gegeben ist, und nur einzelne Ergänzungen auf die volle Gleichwertigkeit fehlen, können zur Erlangung der vollen Gleichwertigkeit zusätzliche Lehrveranstaltungen und Prüfungen im Ausmaß von maximal 30 ECTS-Punkten vorgeschrieben werden, die im Verlauf des Masterstudiums zu absolvieren sind.


History and Philosophy of Science (HPS) erforscht, wie die Wissenschaften eigentlich funktionieren. Durch historische und philosophische Methoden wird diese Frage anhand konkreter Beispiele aus den Wissenschaften untersucht. Dabei werden zwei Zugänge, die Wissenschaftsgeschichte und die Wissenschaftsphilosophie, zu einem Forschungsfeld zusammengeführt. Die historische Zugangsweise untersucht die Entwicklung wissenschaftlicher Probleme, Theorien und Methoden in Verbindung mit den kulturellen und sozialen Aspekten der ForscherInnen, ihrer Instrumente und den involvierten Institutionen. Die philosophische Zugangsweise konzentriert sich auf die konzeptuelle Analyse und Rekonstruktion von wissenschaftlichen Theorien, Argumenten und Methoden. Beide Zugangsweisen gewinnen durch die Integration im Rahmen der HPS: Klassische erkenntnistheoretische Fragen der Wissenschaftsphilosophie werden durch wissenschaftshistorisches Material neu beleuchtet; historische Entwicklungen der Wissenschaft können unter dem Gesichtspunkt der wechselnden Rationalitäts- und Argumentationsstandards erkenntnistheoretisch analysiert werden.


Im Masterstudium HPS lernen die StudentInnen in historischen Kategorien und Entwicklungszusammenhängen zu denken und diese forschungsorientiert anzuwenden, philosophische Argumente zu analysieren, philosophische Problemlösungen kritisch zu prüfen und argumentativ zu rechtfertigen; sie erhalten eine vertiefte Kenntnis der allgemeinen Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftsphilosophie samt ihren Grundlagen, Methoden und der Historiographie. Ausgewählte Themen und Probleme werden in diesen Bereichen vertieft. Für beide Forschungsfelder ist eine sachliche Kenntnis spezifischer wissenschaftlicher Forschungsgegenstände unerlässlich, die sich an den individuellen Forschungsinteressen orientiert.


Das Ziel des Masterstudiums HPS an der Universität Wien ist jedenfalls der Erwerb von Kenntnissen und Kompetenzen im Hinblick auf historische, kulturwissenschaftliche und philosophische Untersuchungen des im weiten Sinne verstandenen wissenschaftlichen Forschens. Die Ausbildung umfasst inhaltlich breite und methodologisch präzise Kompetenzen zur Rekonstruktion, zur Analyse und zur Evaluierung von:

  • historischen Entwicklungen des wissenschaftlichen Feldes (Konzepte, Wissensfelder, Institutionen, Biographien) in politik-, sozial-, kultur- und geschlechterhistorischen Kontexten;
  • wissenschaftsphilosophischen Modellen und Fragestellungen;
  • gesellschaftlichen Ursachen, Zusammenhängen und Folgen des wissenschaftlichen Forschens.


Kennzeichnend für das Masterstudium ist die starke Integration wissenschaftshistorischer und wissenschaftsphilosophischer Kompetenzen, mit deren Unterstützung eine fachliche und inhaltliche Verbindung beider Bereiche angestrebt wird, ohne jedoch die Spezifizität der jeweiligen methodischen Herangehensweisen preiszugeben. Für beide Forschungsfelder ist außerdem eine sachliche Kenntnis spezifischer wissenschaftlicher Forschungsgegenstände unerlässlich. Der Studienplan sieht mehrere Module mit entsprechenden Lehrangeboten vor. Die Zulassungsvoraussetzungen sind fachlich breit ausgelegt, sie sichern im Masterstudium einen reichen Wissenspool an fachspezifischen Voraussetzungen. Ausgehend von diesen unterschiedlichen Fachkenntnissen stellt in der Eingangsphase (Modul 1 und 2) die gemeinsame Diskussions- und Kooperationsbasis eine Grundlage im Hinblick auf inter- und transdisziplinäres Arbeiten her.

 

 

Aufbau des Masterstudiengangs HPS

 

M01 Wahlmodulgruppe „Kompensation“ 20 ECTS


Ausgleich der durch die verschiedenen Vorstudien gegebenen Unterschiede in der akademischen Vorbildung in Hinblick auf integrative wissenschaftsgeschichtliche und –philosophische Kompetenzen. Der Modul ist in drei Elemente (von jeweils 10 ECTS Umfang) gegliedert, von denen zwei zur erfolgreichen Absolvierung des M1abgeschlossen werden müssen. Diese beiden Elemente ergeben sich aus dem Vorstudium in folgender Weise: Bei Vorstudium Geschichte M1.1 und M1.3; bei Vorstudium Philosophie M1.2 und M1.3; bei einem anderen Vorstudium M1.1 und M1.2.

  • M1.1 Philosophie
  • M1.2 Geschichte
  • M1.3 Fachwissenschaft (also etwa ein naturwissenschaftliches Studium)

 

 

 

Wahlmodul M1.1 Philosophie


Lehrveranstaltungen aus dem Bachelorstudium Philosophie im Umfang von 10 ECTS:

  • Aus Modul 3: VO + UE Grundkurs Logik 7 ECTS
  • Aus Modul 5: VO Wissenschaftstheorie 3 ECTS


Lernziele

  • Erwerb grundlegender Kenntnisse in einigen zentralen Themen und Problemen der allgemeinen Wissenschaftsphilosophie.
  • Orientierung in sprachlichen und logischen Voraussetzungen des Philosophierens:
  • Grundkenntnisse der Syntax und Semantik von Aussagen- und Prädikatenlogik.

 

 


Wahlmodul M1.2 Geschichte

 

Lehrveranstaltungen

  • VO Themen, Theorien und Kontroversen der Wissenschaftsgeschichte 4 ECTS
  • KU Quellen und Methoden der Wissenschaftsgeschichte 6 ECTS


Lernziele

  • Kenntnis zentraler Theorien, Narrative und Debatten der allgemeinen wissenschaftsgeschichte im internationalen Zusammenhang sowie im erkenntniskritischen und historiographiegeschichtlichen Kontext
  • Kenntnis zentraler Quellen, Archive und Ressourcen der Wissenschaftsgeschichte in verschiedenen Originalsprachen
  • Kenntnis ausgewählter klassischer Texte und neuerer Ansätze der Wissenschaftsgeschichtsschreibung)
  • Kenntnis zentraler Methoden der Wissenschaftsgeschichte im inter- und transdisziplinären Kontext

 

 

 

Wahlmodul M1.3 Fachwissenschaft

Lehrveranstaltungen

  • Einführende Lehrveranstaltungen (Bachelorstudium) einer Fachwissenschaft. Vorabgenehmigung durch das zuständige akademische Organ. Insgesamt 10 ECTS


Lernziele

  • Erwerb grundlegender Kenntnisse in einer Fachwissenschaft.

 

 



Pflichtmodul M2 Eingangs-Kolloquium

  • „Methoden und Probleme“ (10 ECTS)
  • Lehrveranstaltung (Prüfungsimmanent, team-teaching)
  • EK Eingangs-Kolloquium 10 ECTS


Lernziele

  • Erarbeitung einer für das Masterstudium HPS charakteristischen, fachübergreifenden Perspektive;
  • Auseinandersetzung mit den wichtigsten methodischen Ansätzen der Wissenschaftsgeschichte und –philosophie;
  • Erwerb eines Überblicks über die großen thematischen Zusammenhänge von Wissenschaftsgeschichte und –philosophie;
  • erste Orientierung in der aktuellen Forschungslage auf den Gebieten der Wissenschaftsgeschichte und –philosophie.

 

 

 

Pflichtmodul M3 Wissenschaftsgeschichte 20 ECTS


Lehrveranstaltungen

  • VO Wissenschaftsgeschichte 4 ECTS
  • SE Wissenschaftsgeschiche 6 ECTS
  • Wissenschaftsgeschichte im transdisziplinären Kontext* 4 ECTS
  • SE Wissenschaftsgeschichte 6 ECTS


Voraussetzungen: Entweder Abschluss eines Bachelorstudiums (oder inhaltlich gleichwertigen Studiums) in Geschichte oder erfolgreiche Absolvierung von M1.2.

Lernziele

  • Kenntnis der wichtigsten Fragestellungen, theoretischen und methodischen Ansätze, Ergebnisse und Forschungskontroversen in einem Spezialgebiet der Wissenschaftsgeschichte
  • Vertiefte Kenntnis des internationalen Forschungsstands und der internationalen Forschungsdiskussion in einem Spezialgebiet der Wissenschaftsgeschichte
  • Kenntnisse von Beiträgen anderer Disziplinen zur Erforschung der Wissenschaftsgeschichte

 

 


Pflichtmodul M4 Wissenschaftsphilosophie 20 ECTS

Lehrveranstaltungen

  • Seminare und Vorlesungen aus den Modulen 1, 3 und 4 des Masterstudiums Philosophie.
  • Mindestens eine prüfungsimmanente Lehrveranstaltung


Voraussetzungen: Entweder Abschluss eines Bachelorstudiums (oder inhaltlich gleichwertigen Studiums) in Philosophie oder erfolgreiche Absolvierung von M1.1

Lernziele

  • Grundlegende Kenntnisse auf dem Gebiet der modernen Wissenschaftstheorie;
  • Überblick zur philosophischen Auseinandersetzung mit Wissenschaft in historischer und systematischer Hinsicht.
  • Fähigkeit zur kritischen Auseinandersetzung mit sozial-, kultur- und erkenntnisphilosophischen Theorien des Wissens.

 

 

 

Pflichtmodul M5 Vertiefung 10 ECTS


Lehrveranstaltungen

  • Lehrveranstaltungen, die in direktem thematischem Zusammenhang mit der Masterarbeit stehen, genehmigungspflichtig durch das zuständige Organ (SPL). Diese Lehrveranstaltungen können bei sachlicher Begründung auch aus fachwissenschaftlichen Curricula gewählt werden. 10 ECTS


Voraussetzungen: M2. Es können nach Vorabgenehmigung durch das zuständige akademische Organ Lehrveranstaltungen, die in einem direkten thematischen Zusammenhang stehen,ausgewählt werden. Die Vorabgenehmigung erfolgt in der Regel erst nachdem eine Vereinbarung über ein Thema der Master-arbeit mit dem Betreuer oder einer Betreuerin vorliegt.

Lernziele

  • Themenorientierte Vertiefung im Gebiet der Masterarbeit.

 

 

 

Pflichtmodul M6 Mastermodul 5 ECTS


Lehrveranstaltung

  • MK Master-Kolleg 5 ECTS


Voraussetzungen: M1-4. Vereinbarung über ein Thema der Masterarbeit mit einer Betreuerin oder einem Betreuer.

Lernziele

  • Präsentation und Diskussion von Konzepten, Teilergebnissen und Ergebnissen, die im Rahmen der Masterarbeit erarbeitet werden.

 

 


Masterarbeit und Masterprüfung


Die Masterarbeit dient dem Nachweis der Befähigung, wissenschaftliche Themen selbständig sowie inhaltlich und methodisch vertretbar zu bearbeiten. Die Aufgabenstellung der Masterarbeit ist so zu wählen, dass für die Studierende oder den Studierenden die Bearbeitung innerhalb von sechs Monaten möglich und zumutbar ist. Das Thema der Masterarbeit ist aus einem der Pflicht- bzw. Alternativen Pflichtmodule zu entnehmen. Soll ein anderer Gegenstand gewählt werden oder bestehen bezüglich der Zuordnung des gewählten Themas Unklarheiten, liegt die Entscheidung über die Zulässigkeit beim zuständigen akademischen Organ. Die Masterarbeit hat einen Umfang von 30 ECTS Punkten.

Voraussetzung für die Zulassung zur Masterprüfung ist die positive Absolvierung aller vorgeschriebenen Module und Prüfungen sowie die positive Beurteilung der Masterarbeit. Die Masterprüfung ist als kommissionelle Gesamtprüfung vor einem Prüfungssenat abzulegen. Sie dauert 60 Minuten und wird von einem kurzen Vortrag der Kandidatin oder des Kandidaten über die Masterarbeit eingeleitet. Der Prüfungssenat wird satzungsgemäß eingesetzt. Die Masterprüfung hat einen Umfang von 5 ECTS Punkten.